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Mr. Slipper & His Lazy Cats / Ape Rites – Eine Split Single zum Jahresende

Am Ende des Jahres ist es meist eher ruhig was neue Releases angeht, jedoch gab es Ende des vergangenen Jahres noch ein leckeres kleines Stückchen Musik. Am 27. Dezember kam die Split Single von Mr. Slipper & His Lazy Cats und den Herrschaften von Ape Rites raus. Das Vorarlberger Trio (Mr. Slipper) hat sich kurzer Hand mit den Freunden aus der benachbarten Schweiz zusammengetan, um  ihre gemeinsame Leidenschaft, die Garagen-Musik, zu zelebrieren. Ganz nach der Manier „aufnehmen und raus hau´n“ ist so eine sehr eindrucksvolle kleine Scheibe produziert worden.
von Adam Zehentner

Artwork by Jakob Grabner

Bei dieser Kooperation haben sich die beiden Bands nicht nur das Vinyl geteilt, sondern auch die Songs an sich. Es handelt sich um zwei Songs pro Band auf je einer Seite der Platte. Eines der beiden Lieder ist dabei selbst komponiert und das andere von der jeweils anderen Band gecovert. Um gleich reinen Tisch zu machen, soll gesagt sein, dass die Züricher Garage-Punk-Combo sich „Pictures of you“ vorgenommen hat und Mr. Slipper & His Lazy Cats den italienischsprachigen Song „Autocorso“ coverten. Wir lieben das Konzept, da die Idee sich gegenseitig zu unterstützen, die durch die Idee einer Split Single sowieso schon gegeben ist, somit noch mehr betont wird. Den Release der Platte feierte man ebenfalls gleich zweimal. Das erste Konzert fand in Zürich statt und am Tag darauf waren sie in Bregenz im Rahmen des „Stay Sick“ Festivals noch einmal zu sehen. Doch nun ein wenig über die Musik.

Wie bereits erwähnt ist der gemeinsame Nenner der beiden Bands die Garage als Soundmetapher. Genau das darf man auch erwarten, wenn man die Platte auflegt. Es dominieren schrille Gitarren und verzerrter Gesang. Die Songs von Mr. Slipper & His Lazy Cats sind von mit Reverb eingenässten Klängen geprägt und marschieren in einem raschen Tempo dahin. Gellende Leadgitarren und ein simples Riff-Fundament sind hier die Regel. Auch die andere Seite der Scheibe lässt wenige Wünsche offen. In Sachen Tempo legen die Herrschaften von Ape Rites noch eine Schippe drauf. Die Gitarren deutlich trockener, hört man sofort, dass hier komplexe Riffs und sonstiger Schnickschnack nichts verloren haben. Die Züricher klingen ein wenig punkiger und genauso energievoll wie ihre Mitstreiter.

Es sollte auf jeden Fall erwähnt werden, dass diese Single sich bestens dazu eignet, sie laut anzuhören. Während der treibende Sound durch die Boxen schallt, bekommt man gut Lust seinen Körper unkontrolliert durch einen Raum voller Gleichgesinnter zu bugsieren. Auch die Machart kann man deutlich raushören. Die Songs sind in den jeweiligen Proberäumen unter Selbstregie entstanden und dies macht sich auch auf der Platte bemerkbar. Bei ausreichender Lautstärke und geschlossenen Augen könnte man meinen, dass man sich inmitten einer Bandprobe befindet. Wer auf einfach gestrickte Gitarrenmusik steht und sich gerne auf untergrund-artigen Veranstaltungen aufhält, sollte sich diese Single auf jeden Fall reinziehen.

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