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Márta Mészáros Retrospektive

bis 19. Oktober im Filmmuseum…

Die ungarische Filmemacherin Márta Mészáros kann mit ihren 90 Jahren auf ein beeindruckendes filmisches Werk zurückblicken. In der Filmgeschichte Ungarns nimmt sie damit auch einen einzigartigen Platz ein, nicht nur, weil ihr Langfilmdebüt Eltávozott Nap (Das Mädchen) fälschlicherweise oft als der erste von einer Frau gedrehte ungarische Spielfilm gehandelt wird, sondern weil im Fokus ihrer Filme stets “arbeitende Frauen” stehen und ihr Kampf gegen patriarchale Ordnung im Streben nach Unabhängigkeit. Das Filmmuseum bis 19. Oktober eine Auswahl ihrer vielschichtigen Arbeiten.

Ein Highlight der ungarischen Filmemacherin:

Örökség (Erbinnen)
Márta Mészáros. HU/FR, 1980, DCP, Farbe, 105 min. Ungarisch mit engl. UT
19.10.2022 – 18.00 Uhr

Der Film
Nachdem sie einige von ihren Filmen mit Lili Monori gesehen hatte, wandte sich Isabelle Huppert an Mészáros, um ihr mitzuteilen, dass sie gerne in einem Film mit Monori spielen würde. So entstand mit Örökség, basierend auf einer wahren Begebenheit, die erste französisch-ungarische Koproduktion. Szilvia (Lili Monori) ist eine reiche Frau, die, weil sie selbst keine Kinder bekommen kann, die Näherin Irén (Isabelle Huppert) anheuert, damit ihr diese einen Erben zur Welt bringt. Dass dieser Plan nicht so funktioniert, wie ursprünglich von den beiden gedacht, ist nicht weiter verwunderlich – die Tragödie, zu der Szilvias grausames Verhalten am Ende führt, jedoch schockierend. Während Mészáros alle ihre bisherigen Filme in der Gegenwart ansiedelte, spielt Örökség in den Jahren 1936 bis 1944 und stellt ihre erste wichtige Auseinandersetzung mit der tragischen Geschichte Ungarns jener Zeit dar. (T.V.)

Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 1
A-1010 Wien

weitere Infos, Pogramm & Tickets:
filmmuseum.at


Text: Österreichisches Filmmuseum
Foto:Örökség (Erbinnen) /Márta Mészáros