Unbedeutendes aus dem Trommel-Dschungel

Die Vielfalt an verschiedenen Trommeln, Becken, Percussion und anderen schlag tauglichen Instrumenten ist mittlerweile enorm. Sowohl gebraucht, als auch neu findet man so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann und so ziemlich alles darüber hinaus. Somit gibt es unzählige Wege seinen individuellen Sound zu gestalten. Die Herangehensweisen sind dementsprechend vielseitig: Es gibt den naiven Typ, welcher einfach mit dem spielt, was er in seine Finger bekommt. Es gibt die Gruppe der Fanatiker, welche über jeden Trend und jede Neuheit auf dem Markt Bescheid wissen und dieses Wissen auch unbedingt teilen wollen. Man könnte sich noch viele weitere Schlagzeuger-Typen ausdenken, doch darum soll es hier nicht gehen. Als Kontrastmittel zu den trockenen Fachgesprächen in den meisten Artikeln über Schlagzeug-Equipment soll dies eine Geschichte über meine persönliche Equipment-Historie werden. Dabei werde ich alle meine Veränderungen, welche ich über die Jahre gemacht habe, reflektieren. Die ersten zwei Abschnitte behandeln mein Einstieg in den Equipment-Dschungel und sollen eher als Hilfestellung für Leute dienen, die gerade mit dem Schlagzeugspielen beginnen. Abschnitt drei und vier werden dann schon mit mehr Feinheiten gefüllt sein und einfach darlegen wie ich heute das ganze Thema sehe. Diese Abschnitte folgen jedoch in einem anderen Artikel.

Abschnitt 1: Das Schülerbudget

Das erste Problem, wenn man beginnt Schlagzeug zu spielen, ist die Rechtfertigung der Kosten. Das klassische Problem also: Der kleine Junge oder das kleine Mädchen will anfangen zu trommeln, jedoch sind die Eltern sich nicht sicher wie lange seine oder ihre neu entdeckte Begeisterung anhalten wird. In meinem Fall wurde mit dieser Grundeinstellung ein recht günstiges Einsteiger Set für rund fünfhundert Euro gekauft. Becken und Hardware inklusive! Überglücklich ein eigenes Schlagzeug zu besitzen, stürzte ich mich also in die Materie. Schnell fiel mir auf, dass in der Musikschule, in der ich Unterricht nahm, das Schlagzeug ein Becken mit der Aufschrift „Ride“ hatte. Die Beschriftung auf meinem eigenen Becken war jedoch „Crash“. Da ich in diesem Alter viel zu cool war um einfach Nachzufragen, fing ich an selber zu recherchieren.

Abschnitt 2: Der Möchtegern-Experte

Als ich mich nun mit der Beckenthematik auseinandersetzte, wurde mir natürlich schnell bewusst, dass ich früher oder später ein Ride-Becken benötigen würde. Irgendwann war es dann so weit und ich hatte mein erstes 20″ Rock Ride der Marke Paiste. Mir fiel sofort der Qualitätsunterschied zwischen meinen Billigbecken und dem, des populären Hersteller auf. Dadurch entwickelte ich die Meinung, dass es einer der großen Hersteller sein muss, damit es gut klingt. Dies würde sich nochmal ändern. Nach und nach erweiterte ich meinen Beckensatz mit den genannten Paiste Becken derselben Serie. Schließlich hatte ich die Hi-Hat, zwei Crash-Becken und eben mein Ride. Parallel dazu habe ich mein Schlagzeug auseinandergerissen, da ich ein altes Set, der Marke Roy, aus einem verstaubten Keller gerettet hatte. Den Hersteller hatte ich vorher noch nie gesehen und habe ihn bis heute auch kein zweites Mal gesehen. Da ich aber frisch gebackener „Schlagzeug Experte“ war, glaubte ich zu wissen, dass einige Teile dieses Sets besser klangen als die, die ich bereits besaß. Geboren war mein Frankenstein Set, also die Kombination aus den beiden.

Was man daraus lernen kann

Natürlich war die Grundeinstellung meiner Eltern, beim Preis meines ersten Schlagzeugs zu sparen, durchaus berechtigt. Man kann ja nicht wissen, was so ein pubertärer Junge alles so geplant hat und wie lange er das Schlagzeugspielen betreiben würde. Aus heutiger Sicht auf die Dinge hätte ich mir dennoch etwas anderes angeschafft. Das Problem dabei ist nicht, dass man zu Beginn gleich etwas Besseres haben muss, sondern es haben kann … um denselben Preis. Im Gegensatz zu Früher beschäftige ich mich nicht nur mit dem, was es neu zu kaufen gibt, sondern auch immer mehr mit dem Gebrauchtwaren-Markt. Was ich damit sagen will ist, dass wirklich viele, sehr gute und günstige Drumsets online verkauft werden. Dabei findet man sowohl die großen Namen (Sonor, Tama, PDP/DW, usw.), als auch andere Hersteller. Ein gebrauchtes Schlagzeug um rund fünfhundert Euro kann also sehr viel besser sein, als ein neu gekauftes. Und das wirklich wichtige daran ist, dass diese Drums einfach auch einige Zeit später, mit besser geschulten Ohren gut klingen. Man kann also, wenn man will, sein ganzes Leben darauf spielen. Ich dagegen habe schnell bemerkt, dass mein Schlagzeug eben nicht so klingt, wie ich mir ein gutes Schlagzeug vorstelle. Deswegen war es nach ein bis zwei Jahren auch kein Ding mich von ihm zu trennen. Bei den Becken ist es an dieser Stelle etwas heikler, dazu aber mehr im nächsten Artikel zum Thema Equipment-Dschungel.

Artikel: Adam Zehentner

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