Electric Spring: Festival-Kuratorin Dalia Ahmed im Interview

Am 25. und 26. April findet bereits die fünfte Edition des Electric Springs im Museumsquartier statt. Dieses Jahr unter dem Motto »What The People Want. Wir sind viele, wir sind laut, wir sind Wiens und Österreichs Musikszene.« Wir haben dazu die diesjährige Kuratorin des Musikprogramms, Dalia Ahmed, zum Interview gebeten.
Interview: Martina Brunner

                                                                                                                                                                 

Wie ist es dazu gekommen, dass du das fünfte Electric Spring kuratierst und was waren deine ersten Gedanken dazu

Dalia: Thomas Heher, der erste Kurator und Leiter des Festivals hat mich angeschrieben, wir haben uns getroffen und er hat mich gefragt, ob ich da drauf Bock hätte. Mein erster Gedanke war „Geil!“ und der zweite war „Oh mein Gott, bekomm ich das hin?“. Dann habe ich mich mit den KuratorInnen der letzten Jahre connected und daraufhin wurde relativ klar, was wie funktioniert.

Sind dir gleich mal Ideen für das Programm eingeschossen?

Dalia: Voll, ja. Sehr viele Ideen, die ich anfangs im Kopf hatte, habe ich leider nicht aufgeschrieben – das bereue ich heute sehr. Nach den ersten Treffen mit dem Team, wurde klarer, was wie gebraucht wird und mir wurde auch gut Zeit gelassen, mich in die Rolle einzufinden. Dann lief alles sehr schnell, aber auch nicht mehr so einschüchternd.

Hast du davor schon mal gebucht oder ein Festival in der Größenordnung kuratiert?

Dalia: Ich hatte mit zwei Freunden eine Zeit lang eine Partyreihe, wo wir lokale DJs gebucht haben. Das hat Katastrophe geheißen. Da war die Richtung auch elektronisch – alles von Bass, über Hip Hop bis Techno. Das war’s bisher aber auch.

Du hast ja mittlerweile schon vier VorgängerInnen wenn es zum Programm kommt – Orientierst du dich an deren Arbeit oder willst du klar deine Handschrift unter den Acts erkennen lassen?

Dalia: Beides irgendwie. Ich finde das Konzept von Therese Kaiser, bei dem am einen Tag der Fokus auf Elektro und am anderen auf Hip-Hop liegt sehr gut. Das habe ich versucht noch klarer aufzuspalten. Also der erste Tag ist dieses Jahr absolut elektronisch, der zweite sehr Bass und Hip-Hop-lastig, obwohl es auch da ein paar elektronische Ausreißer gibt. Ich versuche Acts die in den letzten Jahren gebucht wurden dieses Jahr zu vermeiden – auch wenn ich sie extrem super finde. Es soll für das Publikum ja nicht fad werden. Deshalb ärgere ich mich ein bisschen darüber, dass die letzten Jahre so geil kuratiert wurden und ich mir denke „Hättet ihr’s nicht ein bisschen g‘schissener machen können.“ (lacht)

Und gibt es denn genügend Acts, um nicht doppelt zu buchen?

Dalia: Naja, ganz am Anfang habe ich mich gefragt wie ich das Line-up voll bekomme, vor allem weil ich es absolut auf Wien auslegen wollte. Aber es gibt wirklich extrem viel in Wien – also es ist sehr viel da, sodass jetzt tatsächlich niemand dabei ist, der nicht in Wien lebt bzw. nicht zumindest aus der Umgebung kommt.

Was war beim Booking dein persönlicher Anspruch?

Dalia: So kitschig es klingt, mir war wichtig die Vielfalt von Wien zu repräsentieren. Es gibt einfach sehr viele unterschiedliche KünstlerInnen, die total unterschiedliche Sachen machen, aber in allem was sie machen auch sehr herausstechen. Da war es die Aufgabe, diese Vielfalt zu repräsentieren und es trotzdem zu schaffen diese in eine Richtung zusammenfließen zu lassen. Daraus hat sich ein gleichzeitig heterogenes und doch stimmiges Line-up ergeben, damit sich das Publikum auf einen Sound einlässt, sich aber gleichzeitig nicht fadisiert.

Morgen geht’s los, das gesamte Line-up steht. Hast du ein Lieblingsschmankerl?


Dalia: Am ersten Tag wird definitiv der experimentelle House Producer salute ein Highlight sein – alleine schon deswegen, weil er so selten in Wien auftritt. Am zweiten Tag darf man auf keinen Fall KeKe‘s Auftritt verpassen. Sie ist Newcomerin, aber schon extrem souverän als MC auf der großen Bühne.

Das Electric Spring 2019 findet am 25. und 26. April im Museumsquartier Wien statt. Hier geht’s zum gesamten Line-up und Timetable.

Foto: Eva Zar

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