Mike on Tour – Ungarn

Mike liegt es sehr am Herzen, nahe am Publikum zu sein. Er trinkt nach der Show gerne ein Bier mit den Leuten und quatscht mit ihnen. Der Begriff „Fans“ widerstrebt ihm. Er bevorzugt „Freunde, die er noch nicht kennt“. In Fehérvár, Ungarn lernte Mike Leute kennen, die weder Fans, noch Freunde waren.

Im Zuge der ersten Tour unter dem Namen DeeCracks, spielte das Trio drei Konzerte in Ungarn. Bei ihrer zweiten Show in Sarvar wurden sie von einer Streetpunkband supportet. Der Gitarrist dieser Band verlor bei einem Unfall beide Arme und spielt seitdem Gitarre mit seinen Füßen. „Mit dem einen Fuß hielt er das Plektrum, mit dem anderen griff er tatsächlich Akkorde. Ich fand das sehr beeindruckend.“

Die letzte Show fand in Fehérvár, in einem großen Stadel mit improvisierter Bühne und Bar, statt. „Schon während der Show war das Publikum irgendwie frech und manche haben sich beschwert, warum wir nicht Deutsch reden. Nach dem Konzert haben uns die Leute dann auf Deutsch angesprochen. Die fanden das richtig cool, dass wir aus Österreich kommen.“ Für die DeeCracks stand schon bei der Bandgründung fest, dass sie bei jeder Show Englisch sprechen. Das ist Teil ihres Konzepts. Die ungarischen Fans hatten ein Problem damit. Ein Typ wollte mich nach der Show auf ein Bier einladen und mit mir quatschen. Im Laufe des Gesprächs hat er sich sein T-Shirt ausgezogen, um mir sein Tattoo zu zeigen. Er hatte allen Ernstes „gut, besser, Hitler“ auf der Brust stehen.“ Für die DeeCracks war das natürlich ein absolutes No-go. Hätten sie sich aufgeregt, wären sie mit hoher Wahrscheinlichkeit verprügelt worden. „Wir hatten irgendwie schon die ganze Zeit das Gefühl, dass die Leute hier nur darauf warteten, dass wir einen Fehler machen“ erinnert sich Mike. „Wir haben dann so schnell wie möglich unser Bier ausgetrunken und uns auf den Weg zum Bus gemacht.“

 

Seitdem gab es keine DeeCracks-Show mehr in Ungarn. Auf die Frage, ob Mike gern wieder nach Ungarn fahren würde antwortet er: „Am Anfang sind die Leute immer irgendwie kalt, aber mit der Zeit legt sich das. Wir haben viele befreundete Bands dort, mit denen wir schon einige Shows gegeben haben. Bis auf die eine Situation waren die Konzerte immer cool. Ich würde gern wiedermal dort auftreten.“

 

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