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doppelfinger – „Es wird erst gut, wenn ich richtig uncomfortable bin.“

Das Debutalbum des 23-jährigen gebürtigen Niederösterreichers soll kommenden Winter erscheinen. Worum es in seiner ersten Single gehen wird, weshalb er nicht mehr ausschließlich Solo auftritt und was ihn antreibt, erfährt ihr im folgenden Artikel.
von Clara Pacher

Eigentlich, meint Clemens Bäre, alias doppelfinger, habe er seine Songs nicht geschrieben, um sie jemals zu veröffentlichen. In seinen Texten, die so ehrlich und direkt sind, wie sie nur sein können, wird das durchaus nachvollziehbar. Behandelt werden Themen wie Depression und Herzschmerz jedweder Art, untermalt von folkigen Gitarrenriffs. Trotz der schwergewichtigen Inhalte seiner Musik verlässt man ein Konzert von doppelfinger zwar nachdenklich, aber doch zufrieden und mit einer angenehmen Wärme im Bauch. Alle seiner Songs stammen aus eigenen Erfahrungen und da ist vermutlich für jede*n etwas dabei.

Im Winter 2018 entstanden in Kirchschlag bei Linz viele musikalische Skizzen und Ideen, die, um live gespielt werden zu können, zu vollständigen Songs fertiggestellt wurden. Im folgenden Februar kam der Umzug nach Wien und damit viele Konzerte bei verschiedensten Open-Mic-Sessions und im Gürtellokal Concerto. Auf der Bühne stand doppelfinger alleine mit Gitarre und Mundharmonika – damals noch unter dem Künstlernamen BAERE.

Ende letzten Jahres entstand dann die Idee, ein Album aufzunehmen. Unter der Produktion von Jakob Herber (Flut, Anger, Culk) wurden dafür im Stressstudio in Graz Songs mit Band-Setup, sowie auch einige Solo-Nummern aufgenommen. Clemens Bäre ist es wichtig, das Setup dem gegebenen Anlass anzupassen. Während ein Solo-Konzert in einem Café sehr intim und nahbar sein könne, verliere man diese Zugänglichkeit auf einer großen Bühne leicht. Um den Sound voluminöser zu gestalten, sah man doppelfinger als Support-Act von Nino aus Wien mit Live-Band auf der Bühne stehen.

Am Freitag nächste Woche wird die erste Single-Auskopplung „Trouble“ mit Musikvideo von Manuel Hauer (Flut) erscheinen. Der Song handelt vom Kommunizieren eigener Probleme, was Clemens Bäre abseits von seiner Musik nicht so leicht falle. „Trouble“ meint er, fasse den Vibe des Albums gut zusammen, weil auf der gesamten Platte Themen behandelt werden, über die er sonst nur schwer sprechen kann.

Er geht außerdem davon aus, dass Jede*r von solchen Probleme und den dazugehörigen Schwierigkeiten, diese mitzuteilen, in irgendeiner Weise betroffen ist. Was ihn antreibt, ist der Gedanke, dass sich jemand in seiner Musik wiederfindet, denn „Musik ist Kommunikation und Kommunikation macht nur Sinn, wenn sie auch ankommt.“, wie er meint.

Seine Songs schreibt doppelfinger sehr frei, experimentell und denkt dabei wenig in Strukturen. Sehr ähnlich wie bei Bob Dylan, einem seiner größten musikalischen Einflüsse. Manchmal ist am Beginn eines Songs eine Melodie da, manchmal steht allem voran der Text. Manchmal kommt das Bedürfnis über ein bestimmtes Thema zu schrieben und manchmal stimmt er auch seine Gitarre um, damit etwas Neues entstehen kann. „Es wird erst gut, wenn ich richtig uncomfortable bin.“, sagt er über sein Songwriting. Live-Auftritte gehören da für ihn auch dazu, denn die liegen nicht unbedingt in seiner Komfortzone. Trotzdem meint er, bringen sie Musik auf ein neues Level und schaffen den Rahmen, indem er das Musikmachen am Meisten genießen könne.

In den kommenden Monaten gibt es doppelfinger als Act beim internationalen Jugend Medien Festival YOUKI via Stream und als Live-Gitarrist bei der österreichischen Singer-Songwriterin OSKA zu sehen. Wir sind gespannt, was doppelfinger noch für uns bereithält und freuen uns auf weiter Live-Gigs!

 

Fotos: Rea von der Liszt (Titelbild), Christoph Leeb (Fließtext)

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