Anthea – Neuer Hyperpop aus Österreich

Catchy, noisy, laut und explosiv – so beschreibt Anthea ihre Musik. Erschienen ist die Singer-Songwriterin erst im letzten Sommer auf der Bildfläche der österreichischen Musikszene. Zuvor in der bildenden Kunst tätig, orientieren sich auch ihre musikalischen Konzepte an einer kunstübergreifenden Idee. Um ihre Songs einem Musikgenre zuzuordnen, könnte Hyperpop herhalten – was noch nachkommt, wird spannend. Bisher kann man sich an ihren beiden Releases „Reaper“ und „Crime“ erfreuen. Am 15.01.2021 kommt dann auch die erste Single „S.P.A.M“ von der Debut EP „Xea“. Wir haben mit Anthea über ihre Inspiration und ihren Werdegang gesprochen.
Nora Blöchl

 

Du warst ja zuvor im Bereich der bildenden Kunst tätig. Was genau hast du gemacht?

Mit 17 Jahren wurde ich an der Universität für Angewandte Kunst aufgenommen und habe Fotografie und Malerei studiert. 2018 habe ich dann an die Akademie der bildenden Künste zu Julian Göthe gewechselt. Da habe ich mich Formen im Raum zugewendet - meistens waren diese Objekte eine abstrakte Darstellung von diversen Album Covers, die mir sehr am Herzen lagen. Darauf waren Textzitate gedruckt oder eingraviert und die Farbgebung hat mit der Dynamik der Songs gespielt.

Und wie verbindest du visuelle und auditive Kunst miteinander? Siehst du Parallelen in deinem Schaffen?

Hauptsächlich verbinde ich die Künste, indem ich mit anderen Künstler_innen zusammenarbeite. Ich selbst nehme dann eher den Part des Artdirectors ein. Das Schönste daran, Musikerin zu sein, ist dass alle kreativen Bereiche zusammenfließen, egal ob Fotografie, Mode, Set-Design oder Video. Es ist alles ein wichtiger Teil davon und bietet somit auch vielen kreativen Menschen auf einmal die Möglichkeit Visibility und Reichweite zu bekommen.

Ja, das ist eine tolle Sache! Hast du dich deshalb vor zwei Jahren dazu entschlossen, Musik zu machen? Oder gabs da noch andere Gründe?

Es waren viele Faktoren, die da zusammenspielten. Im Endeffekt wollte irgendein Teil in mir schon immer Musik machen, aber ich war einfach nie in den richtigen Kreisen dafür und ich habe es mir auch nie zugetraut. Nach 5 Jahren Kunstuni habe ich einfach gemerkt, dass mir etwas fehlt und dass die Konzepte meiner Arbeiten für mich spannender sind als das Endprodukt selbst. Dann bin ich einfach über meinen Schatten gesprungen und habe begonnen Lieder zu schreiben, Gitarre und Ableton zu lernen und jetzt bin ich da, wo ich bin. Und es war honestly die beste Entscheidung meines Lebens.

Das führt mich auch gleich zur nächsten Frage: Du hast also Gitarre und Ableton gelernt. Wie sieht denn das Songwriting bei dir aus?

Nach „Crime“ und „Reaper“ hat sich mein Sound und auch meine Herangehensweise sehr verändert. Ich beginne meistens mit einem simplen Beat und einer Gesangsmelodie und überlege mir dann Stück für Stück, wie der Song untermalt werden kann.

Der Text von „Reaper“ erinnert an märchenhafte Erzählungen. Was fasziniert dich am Märchenhaften?

„Crime“ und „Reaper“ drücken beide Altlasten und viel Schmerz in einer abstrakten, fabelhaften Form aus und waren sozusagen wichtig, um den Übergang von der Art-Scene zur Musikwelt zu meistern. Der Release hat sich ein bisschen angefühlt, wie den Kokon eines Schmetterlings fallen zu lassen.

Kannst du schon über deine Debut EP und dein neues Musikvideo sprechen?

Die gesamte Debut EP „Xea“ wird voraussichtlich im Frühsommer released und gehört dem Genre Hyperpop an. Es wird catchy, noisy, laut und explosiv. Am 15.01. kommt die erste Single „S.P.A.M“ und am 22.01. das dazugehörige Musikvideo.

Fotos von Cristina Ferri (Titelbild), Sabrina Norte und Cristina Ferri  (Sidebar)