Song Contest

Zweifellos. Mit dem 52er zum Song Contest zu fahren, hat herzlich wenig Charme. Da mag es noch so besonders gewesen sein, dass der Eurovision Song Contest 2015 in Wien gastierte. Was einen solchen Contest ja vor allem ausmacht, ist das bunte Zusammentreffen verschiedenster Kulturen und ihrer jeweiligen Delegationen an einem Ort, an den man nicht alle Tage hinkommt und an welchem nicht zuletzt der Genuss eines feierlichen, exzessiven Ausnahmezustands auf dem Programm steht.

Nicht jeder erlebt so etwas aus nächster Nähe, schon gar nicht als Teilnehmer. Titus jedoch hatte dieses Vergnügen bereits zweimal. Beide Male stilgerecht hinter dem Schlagzeug.

Es wäre freilich nicht Titus, wäre er nur stoisch am Set gesessen – in diesem Fall wäre er nämlich gar nicht erst in den Genuss gekommen, mitreisen zu dürfen. „Es musste ein Schlagzeuger her, der singen kann und der was für die Bühnenshow hergibt. Das war mein Sieg!“ – Nein, ist Titus Vadon am Schlagzeug, dann wird es lebendig. So lebendig, dass sich etwa die direkte Konkurrenz um den Europäischen Gesangspreis vor Ort etwas davon abschauen will. So geschehen 1990 in Zagreb, als Titus‘ großzügig zum Backbeat ausholender linker Arm zur Ikone des Abends avancierte; was sich vor allem darin ausdrücken sollte, dass dieser Move just von den Deutschen für deren eigene Show übernommen wurde. Da blieb sogar die Tatsache, dass es am Ende der 10. Platz für Österreich wurde – hinter den neuntplatzierten Deutschen – im Hintergrund. Dieser linke Arm brannte sich ein; und das nicht nur bei den Deutschen.

 

von Moritz Nowak

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