Magnolia – Vertonte Träume

Der umtriebige Produzent und Musiker Marco Kleebauer präsentierte letzten Donnerstag in Wien sein Solo-Album „Magnolia“. Die darauf enthaltenen Stücke setzen sich musikalisch besonders mit dem Thema Träume auseinander. Anstelle eines Erzählendem in Form einer Sängerin oder eines Sängers übernehmen hier Sounds und Rhythmen die Narration.
von Maximilian Zeller
Marco Kleebauer

© Sophie Lindinger

Neben seiner Tätigkeit als federführende Hälfte der Band Leyya erlangte Marco Kleebauer in den letzten Jahren vor allem durch seine Arbeiten als Produzent Bekanntheit in der heimischen und internationalen Musikszene. Für sein Mitwirken an dem Bilderbuch-Album „Mea Culpa“ wurde er so heuer beispielsweise mit einem Amadeus Music Award in der Kategorie „Best Sound“ ausgezeichnet. Daneben produziert er gerade die Band Oehl, stellte vor kurzem gemeinsam mit Sophie Lindinger den Soundtrack zu einem Film fertig und fand nun auch die Zeit, mit „Magnolia“ sein erstes Album unter eigenem Namen zu veröffentlichen. Zwar ist der Multiinstrumentalist unter dem Pseudonym Karma Art schon länger als Solokünstler tätig gewesen, mit dem neuen Album kommt diesmal aber nicht bloß eine Namensänderung, sondern auch musikalisch geht es in eine andere, experimentellere Richtung.

Bereits der Eröffnungstrack Float entführt von Beginn an in eine andere Welt voll verträumter Klänge und sphärischer Sounds. Obwohl die Stücke des Albums ohne jeglichen Text auskommen, erzählen die einzelnen Songs doch in ihrer eigenen Art eine Geschichte. Das resultiert vor allem aus dem sehr detailverliebten und akribischen Arbeiten Kleebauers mit den verwendeten Samples, Effekten und Instrumenten, welches den Tracks einen eigenständigen Charakter verleiht. Dieser kann sich trotz der kurzen Spieldauern und den eher fragmentartigen Strukturen der Songs in den meisten Fällen sehr gut herausbilden. Neben dem exzessiven Einsatz verschiedenster Perkussionsinstrumente sticht besonders das Saxophon in der Instrumentierung heraus, das neben den vordergründig elektronischen Sounds eine zusätzliche Klangfarbe einbringt. Als Beispiel gilt hier etwa Cold Mail, welcher in der Mitte des Albums liegt und plötzlich beinahe an das Spiel John Zorns erinnert.

Das Musikvideo zu Yeah Sure stammt von Schorsch Feierfeil.


 

Obwohl die Musik zwar durchwegs verträumt und spielerisch wirkt, ist sie gleichzeitig aber auch sehr rhythmisch und gut tanzbar. Das zeigte sich besonders deutlich bei der Album-Präsentation im vollgefüllten Fluc in Wien, denn besonders live wirkten sich die gespielten Rhythmen der unzähligen Schlaginstrumente auf der Bühne in Kombination mit den treibenden Synthesizer-Klängen positiv auf die Tanzfreudigkeit des Publikums aus. Neben Marco Kleebauer sind bei der Live-Umsetzung des Albums noch Florian Tiefenbacher (Drums), Alex Kerbl (Percussions) und Aaron Hader (Saxophon und Synths) in der Band. Durch die Skelett-Anzüge, welche die Musiker trugen, und der psychedelischen Lichtshow, gestaltet von der anderen Leyya-Hälfte Sophie Lindinger, wurde beim Konzert auch optisch einiges geboten.


 

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