Vollgas

Alex Gabor

Seit seiner Jugend spielt Alex Gabor sowohl Tennis als auch Schlagzeug. Beides hat er zum Beruf gemacht: er ist Tennislehrer und professioneller Schlagzeuger, mit einer Vorliebe für Metal. Im backbeat-Interview erzählt Alex über seine Tätigkeit und seinen Alltag als Schlagzeuger einer der bestgebuchten Coverbands Österreichs.

Was sind deine aktuellen musikalischen Projekte?

Also die letzten Jahre war ich eigentlich nur für Sequoia Dendron da – eine Metal-Partie aus Wien. Wir haben auch ein paar Mal zum Beispiel zusammen mit Rage gespielt.

Jetzt nimmt seit Jänner Rockhead meine ganze Zeit in Anspruch. Ich bin keiner, der gerne in 4-5 Bands gleichzeitig spielt. Und wir haben in den letzten 6 Wochen in 6 verschiedenen Ländern gespielt, da bleibt sowieso nicht viel Zeit für andere Projekte nebenbei.

Rockhead ist eine reine Coverband?

Stimmt. Und das stört mich gar nicht. Man muß sagen, daß Coverbands zu den wenigen Sachen in Österreich zählen, wo man mit Musik einigermaßen Geld verdienen kann. Natürlich nur, wenn die Coverband gut aufgebaut ist.

Was macht für dich den Reiz aus in einer Coverband zu spielen?

Den Reiz für mich macht aus, daß ich bei Rockhead einfach Gas geben kann. Die Musik von Sequoia Dendron war doch meistens relativ kompliziert und ich mußte mich beim Spielen immer sehr konzentrieren. Bei Rockhead muß ich nicht so viel nachdenken oder mich auf ungerade Taktarten konzentrieren.

Auch rein logistisch gesehen ist es für mich sehr angenehm bei Rockhead dabei zu sein. Die Band hat einen eigenen Bus und ich muß nicht immer mit dem eigenen Auto fahren. Also es hat einfach alles Hand und Fuß und deswegen bin ich dabei.

Wie sehr hältst du dich beim Covern an die Originale?

Bei einer Coverband hat man natürlich immer die Wahl, ob man einen Song komplett anders macht – wie zum Beispiel schon viele „Smoke on the Water“ auf Metal gemacht haben, was mir eigentlich gar nicht gefällt. Oder du kannst dem Original treu bleiben. Ich würde sagen,ich bin immer zu 95 Prozent am Original. Aber weil ich eher aus dem Metal-Bereich komme, als aus dem klassischen Rock- und Pop-Bereich, versuche ich teilweise noch etwas mehr Druck zu geben und zum Beispiel die Double Bass einzusetzen – wenn es passt. Ansonsten wird aber bei uns an den Songs nichts „verhunzt“, auch die Form der Songs ist eins zu eins übernommen.

Was habt ihr im Programm?

Vom klassischen Rock wie AC/DC, über Metal wie Iron Maiden bis zu moderneren Sachen ist alles dabei. Insgesamt haben wir um die 30 Nummern, also ein Programm von über zwei Stunden.

Wie bereitest du dich auf Gigs vor?

Für mich und meine Spielweise ist es absolut wichtig mich aufzuwärmen, mein Motto war immer schon „auf die Bühne und Vollgas“. Mindestens eine halbe oder dreiviertel Stunde vor Spielbeginn beginne ich mich auf meinem Practice Pad und mit Click einzuspielen – Beine und Arme. Danach mache ich noch Dehnungsübungen.

Ich habe mich einmal vor einem Gig nicht aufwärmen können, das war eine Katastrophe, weil ich schnell Krämpfe bekommen habe. Das war mir eine Lehre.

Wieiviel und was übst du?

Normalerweise bin ich fünfmal die Woche im Proberaum und übe jeweils zwei bis drei Stunden. Ich wärme mich zu einem langasamen Click bei 45 bpm auf. Dann mache ich Technikübungen für Arme und Beine, zum Beispiel Paradiddles auf 100 – 215 bpm. Anschließend heißt’s Kopfhörer aufsetzen und iPod anwerfen. Ich spiele dann zu Sachen wie Dream Theater, Slayer oder Vader, aber auch Grooviges wie AC/DC, also ganz durchgemischt.

Ich übe auch immer in einem Block, also ganz ohne Pause – ich bin lieber zweieinhalb Stunden durchgehend am Set. Das ist wichtig für mich, weil die Rockhead-Gigs in der Regel über zwei Stunden dauern. Aber so habe ich damit keine Probleme.

Also beim Üben bist du sehr konsequent…

Ja, üben ist für mich das Allerwichtigste. Das finde ich übrigens in Österreich ein bißchen schade. Es gibt genug Musiker, die wirklich Talent hätten. Nur viele machen leider zu wenig.

Hast du selber von Anfang an so viel geübt?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe angefangen mit ein- bis zweimal pro Woche, im Haus von meiner Oma in Bad Vöslau. Danach mit den ersten Bands – da war ich 19 oder 20 – habe ich meistens auch nur die Proben absolviert und selten zusätzlich geübt. Wirklich intensiv zu üben begonnen habe ich dann um 2001. Und seitdem ziehe ich es durch.

Hast du manchmal Probleme damit, dich für’s Üben zu motivieren? Und wenn ja: was machst du dagegen?

Bei mir läuft das meistens über die Musik selbst. Wenn ich aus der Tennishalle rauskomme und überhaupt keine Lust habe zu üben, höre ich im Auto schnelle, heavy Musik und bin dann recht schnell wieder motiviert. Sicher gibt’s auch Tage, an denen ich nur eine Stunde übe, aber die sind zum Glück total selten bei mir.

Ich glaube, das kommt bei mir sicher auch vom Sport. Wenn du Tennis spielst und nicht ordentlich trainierst, hast du auch keine Chance und diese Einstellung habe ich auch beim Schlagzeug-Spielen.

Mehr über Alex Gabor und seine Bands erfahrt ihr hier:

Myspace

Rockhead

Interview: Matthias Rigal

Foto: Alex Gabor

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