Drummer des Monats Jänner: Bernard Galane

Bernard Galane

Der österreiche Schlagzeuger Bernard Galane lebt und arbeitet seit 2001 in Los Angeles und konnte dort als Studiodrummer und Schlagzeuglehrer Fuß fassen. Mittlerweile ist er mit seiner Firma Galane Drums & Cymbals auch Entwickler und Produzent. backbeat traf den umtriebigen Musiker bei seinem Workshop-Tour Aufenthalt in Klosterneuburg.

Du bist in Österreich geboren. Wann kam die Idee in die USA zu gehen und was hast du dir davon erwartet?
Den Wunsch nach Amerika zu gehen hatte ich schon sehr früh, mit elf oder zwölf Jahren. Erwartet habe ich mir damals die große weite Welt kennen zu lernen und etwas zu erleben. Es war sicher eine sehr naive Idee aber ich glaube jeder Traum basiert auf einer solchen und wenn man bereit ist dafür hart zu arbeiten und auch dafür zu leiden kann jeder noch so naive Traum in Erfüllung gehen.

Wie alt warst du als du nach Amerika ausgewandert bist?
Ich war damals 21 und habe mir ausgerüstet mit einer Tasche, 300 Dollar und schlechtem Englisch,  ein One Way Ticket nach Los Angeles  gekauft.

War es zu Beginn sehr schwierig für dich, dort Fuß zu fassen?
Es war sehr schwierig. Denn als ich 2001 nach Amerika kam war die Musikindustrie eigentlich schon in einer Krise. Ich möchte in an dieser Stelle auch sagen, dass es ein Privileg ist heutzutage als Musiker arbeiten und davon leben zu können, weil die Musik heutzutage beinahe ausschließlich programmiert und für den Verkauf möglichst billigst konstruiert ist. Der künstlerische Aspekt war schon 2001 sehr unterrepräsentiert und es wird jedes Jahr schlimmer. Ich finde die Leute sollten wirklich einmal die Ohren öffnen und hören was im Radio vor sich geht und was aus der Musik geworden ist. Wie gesagt es war anfangs sehr schwierig für mich. Ich habe bei jeder Gelegenheit gespielt und habe nebenbei an Schulen unterrichtet. Abends bin ich häufig in einen bekannten Jazzclub gegangen, habe vor der Tür gewartet bis die Band fertiggespielt hatte, damit ich keinen Eintritt bezahlen musste und habe dann unter den Musikern und Gästen meine Visitenkarten verteilt um auf mich aufmerksam zu machen.
Eigentlich war es ein Wahnsinn wenn ich heute daran zurückdenke. Aber letztendlich haben mich diese Erlebnisse zu einem besseren Menschen und Musiker gemacht und ich bin sehr dankbar für dieser Zeit.

Was hat dich dazu bewogen deine eigene Schlagzeug Produktionsfirma Galane Drums & Cymbals zu gründen?

Das entstand aus meinem inneren Drang immer etwas neues zu machen und mich stätig weiter zu entwickeln. Ich habe selbst jahrelang für verschiedene Firmen endorsed und war enttäuscht über die Qualität der massenproduzierten Instrumente, die meist auch noch zu teuer verkauft werden. Und vor zwei Jahren bin ich über ein Gespräch mit einem großartigen Instrumentenbauer auf die Idee gekommen, eine eigene Produktion zu starten. Die Idee war ein ehrlich erzeugtes, individuelles Spitzenklasse Instrument für Schlagzeuger zu entwickeln. Und jetzt können wir, zu einem fairen Preis, hundert Prozent handgemachte Drums, Becken und Sticks anbieten, die absolut auf die Wünsche des Kunden abgestimmt sind. Der Vertrieb funktioniert hauptsächlich über das Internet und wir haben mittlerweile zufriedene Kunden aus allen Teilen der Welt.

Welche musikalische Ausbildung hast du?
Ich habe mit fünf Jahren mit Klavier begonnen und bin mit etwa acht über meinen Bruder zum Schlagzeug gekommen. Mit elf spielte ich in der Band Kids on Drums, wobei sich meine Leidenschaft für das Instrument zusätzlich verstärkte. Über meine frühe Liebe zum Jazz und Fusion, kam auch der Ehrgeiz schon mit dreizehn bis zu acht Stunden am Tag zu üben. Mit vierzehn bin ich für ein Jahr in das Schubert – Konservatorium danach für zwei Jahre an die Wiener Musik Universität und machte meine Abschluss am Konservatorium der Stadt Wien. Danach bin ich nach Amerika, wo ich zwei Jahre bei Freddy Gruber studierte. Grundsätzlich glaube ich aber, dass wenn man die Basics gelernt hat, man genau  so gut über Plattenaufnahmen seiner Vorbilder lernen und gut werden kann. Auf diesem Gedanken basiert auch mein Buchkonzept, das ich entwickelt habe.

Wie sieht dieses Konzept aus?
Die Idee entstand 2004 als ich auf Tournee war und der Grundgedanke ist, dass jeder Schlagzeuger seinen ganz persönlichen Ausdruck am Instrument entwickeln sollte. Das Konzept um die Individualität jedes Einzelnen zu fördern, besteht aus sieben Büchern, die jeweils einen eigen Bereich des Drummings abdecken und gleichermaßen von Beginnern und Profis, erarbeitet werden können.

Was ist dein Hauptbetätigungsfeld als Schlagzeuger? Siehst du dich mehr als Solo-Drummer, Studio-Drummer, Lehrer oder Entwickler?
Die Antwort ist alles zu gleichen Teilen. Ich könnte nicht jeden Tag unterrichten aber freue mich sehr meine Workshop Tour machen zu können. In Los Angeles halte ich zweimal wöchentlich Open Counseling am Musician Institute Hollywood und sonst bin ich sehr viel im Studio tätig und nehme für alle möglichen Künster, aus den unterschiedlichsten Genres auf. Wobei mein Herz definitiv im Jazz und Fusion liegt, da dort der Ausdruck im Jetzt ist und es keine Limits gibt.

Alle Infos zu Bernie Galane, Galane Drums & Cymbals und seine Büchern gibts unter www.galane.net oder myspace.com/bernahrdgalane

Interview: Alexander Csurmann Matthias Rigal

Fotos: Galane

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